Silberstadt Schwaz

Einst lockte die Silberstadt Schwaz als Bergbaumetropole Europas Fürsten, Händler und Knappen in großer Zahl nach Tirol. Die Stadt hat sich ihr mittelalterliches Flair dank einiger Gebäude aus der Blütezeit des Silberbergbaues liebevoll und prächtig erhalten. Planen Sie für Ihren Besuch Zeit ein, um die zahlreichen Sehenswürdigkeiten zu erforschen. Ein Spaziergang durch die ausgesprochen sehenswerte, historische Altstadt von Schwaz lässt erahnen, wie viel Geschichte sich hinter den alten Gebäuden versteckt.

Aller Bergwerk Mutter

Wohl kein anderes Bergwerk hat die Weltgeschichte so sehr geprägt wie jenes in Schwaz. Die Stadt kann als eine der ältesten Industrieansiedlungen Europas gesehen werden.
Nach Freilegung der ersten Silberader 1410, erlebte der Ort einen rasanten wirtschaftlichen Aufschwung. Mitte des 16. Jahrhunderts war die Tiroler Gemeinde Europas größte Bergbaumetropole und mit 20.000 Einwohnern nach Wien die zweitgrößte Siedlung im Habsburger-Reich.
An die 7400 Bergknappen waren hier täglich beschäftigt und es wurden 85 Prozent des weltweit geförderten Silbers abgebaut. Gemeinsam mit der im Jahre 1477 eingerichteten Münzprägeanstalt im wenige Kilometer entfernten Hall in Tirol bildete die Bergbaugemeinde Schwaz die finanzielle Basis für das Weltreich der Habsburger.
Im Laufe der Jahrhunderte entstand ein Stollensystem von über 500 Kilometern Länge. Aufwendig zu behebende Wassereinbrüche, vor allem aber die spanischen „Silberimporte” aus der neuen Welt machten den Schwazer Silberabbau 300 Jahre später letztlich unrentabel.
Die Legende: Um 1409 geschah es, dass die Magd Gertraud Kandlerin beim Viehhüten sah, wie ein Stier mit seinen Hörnern silberhältiges Gestein aus dem grasigen Boden wühlte.
Der heutige „Tippeler” findet als „Hofwirtshaus zum kalten Keller” erstmals im Jahre 1657, kurz nach der Hochblüte des Schwazer Bergbaues, urkundliche Erwähnung. Zeitgenössische Kupferstiche der Bergstadt Schwaz zeigen an der Stelle des vorgelagterten, heutigen Pfundplatzes einen als „Fugger”sches Handelshaus” bezeichneten Gebäudekomplex mit 3 Türmen. Es dürfte also durchaus auch im Interesse der habsburgischen Verwalter gelegen sein den Handelsreisenden des 17. Jahrhunderts und Besuchern dieser Handelsstation der Fugger (Augsburger Handelsgeschlecht) entsprechende Verköstigung und Beherbergung angedeihen zu lassen.
Somit war unser Tippeler – als Gasthof zur Krippe – ein klassisches „Schildwirtshaus”, also im Besitz einer „städtischen Dauerschankgerechtigkeit” ausgestattet mit dem Privileg, nicht nur Personen, sondern auch Ross und Wagen zu beherbergen.
Das Hauszeichen visualisierte die Gastungspflicht, garantierte Schutz wie Frieden und stellte damit die Autorität des Stadtrates sichtbar her, verpflichtete aber auch den Wirt zur Einhaltung städtischer Ordnungen. Städtische Schildwirtshäuser waren gehobene Häuser und sollten „ mit allen nothwendigkheiten (insonderheit guethen gedrankh, haber und heue), damit die raisente waß haben khönnen, bösser alß bißhero versehen seyn”. Daher bezieht sich auch der lang gebräuchliche Name Gasthaus zur Krippe” eher auf die Futterkrippe der Pferde, als auf die christliche Inszenierung der Geburt Jesu.
Kupferstich v. Stridbeck , um 1710
Seit 1363 gehörte das Land Tirol ununterbrochen zum Herrschaftsbereich der Habsburger. Gelegentliche Unzufriedenheit mit der Wiener Regierung änderte nichts an der Kaisertreue der Tiroler. Da letzte Reste der einstigen Sonderstellung des Landes und großzügige Privilegien über die Jahrhunderte erhalten werden konnten, lebte der überwiegende Teil der vorwiegend ländlichen Bevölkerung relativ zufrieden und eins mit Gott und den Bergen.
Dann der Schock von Austerlitz: Das österreichsiche Kaiserhaus verliert 1805 Tirol an Napoleon Bonaparte und das verbündete Bayern. Ein neues Herrscherhaus, die Abschaffung der alten Landesverfassung, höhere Steuern, das Verbot vieler Bräuche und Eingriffe ins religiöse Leben – überhastet durchgeführte Reformen, und nicht zuletzt die seit Kaiser Maximilian geltende Befreiung vom Militärdienst außerhalb der Landesgrenzen und damit einhergehende Zwangsrekrutierungen schürten die Unzufriedenheit der Tiroler.
Auch aufgestachelt vom Hause Habsburg erhob sich der Volkszorn gegen die Besatzer, und entfesselte den „Tiroler Freiheitskampf ” unter Andreas Hofer. Im Zuge letzter Rückzugsgefechte und als Vergeltungsmaßnahme ließ der bayerische General Wrede am 15. Mai 1809 die mittelalterliche Bergwerksstadt Schwaz niederbrennen. Bis nach München soll man in der Nacht den über Schwaz und Vomp liegenden Feuerschein gesehen haben. Obwohl der Häuserzahl nach, nur die Hälfte von Schwaz vernichtet wurde, so war es in Wirklichkeit fast der ganze Ort.
Johann Georg Trautmann. zeitgen. Darstellung einer brennenden Stadt-um 1800
Hier im Zentrum, dem ehemaligen Geschäfts – und Gewerbeviertel blieben kaum 15 Häuser (darunter das Gasthaus Tippeler) vom Brande verschont, die diesen Namen verdienen. Alle anderen „Häuser” waren größtenteils elende Hütten, die vom ärmsten Teil der Bevölkerung bewohnt wurden. Glück und Wohlstand, Bürgerhaüser und Gemeindebauten, in jahrhundertelanger Arbeit erichtet, wurden binnen weniger Stunden von einer grausamen Soldateska hinweggefegt.
Um 1810 zählte Schwaz nurmehr 3. 800 Einwohner. 1814, nach dem Wiener Kongress wurde Schwaz erneut Teil der habsburgischen K&K Monarchie.
Tippeler's rankenbemalter Saal
DAS „Hofwirtshaus zum kalten Keller”, das Gasthaus zur Krippe, der TIPPELER ist der einzig erhaltene zentrumsnahe Gasthof nach dem verheerenden Schwazer Brand von 1809.
Das gastronomische Konzept des Schwazer Traditionsgasthauses beruht auf der klassischen Wirtshausarchitektur des 17. Jahrhunderts die damals – auch räumlich – zwischen einfachem „Fußvolk” und „besseren Herrschaften” unterschied. 
Erstere fanden im Erdgeschoß Platz, zweitere in den Stuben im darüber befindlichen Stockwerk. Dieser gastronomischen „Rangordnung” sei natürlich wiedersprochen, und wir bitten jeden Gast auch in unsere historischen Räumlichkeiten im 1. Stockwerk zu besuchen.
Von Besonderheit waren hier um die Jahrhundertwende vor allem zwei Räumlichkeiten, die sich auch in alten Ansichten in unsere Zeit herübergerettet haben. Da ist einmal der rankenbemalte Saal im 2. Stock zu erwähnen, der wie sonst kein anderes Gastlokal im alten Schwaz ausgestattet war sowie das sogenannte Künstlerzimmer indem tatsächlich alle Künstler der Stadt verkehrt haben sollen und diesen Raum mit ihren
Kunstwerken ausgestattet haben. – Eine Tradition die wir gerne und erneut aufleben lassen möchten. Bis zum endgültig gastronomischen Aus in den späten 60er Jahren wurde der Gasthof von den Wirtsleuten Tschaufesser geführt. Nach beinahe 50-jährigem Leerstand und der beherzten Renovierung durch die Firma Hörhager erlebt der Tippeler im Jahre 2019 nun seinen 2. Frühling.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch im TIPPELER, dem ältesten Wirtshaus der Silberstadt Schwaz.

Reservierungsanfrage

Arrival
Departure
Personenanzahl
- +
Datum
Zeit
Personenanzahl
- +
Datum
Personenanzahl
- +
Thema
weiter >>